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Makita HR2470 Bohrhammer im Test – Schlagkraft für ambitionierte Heimwerker

Wer regelmäßig in Beton oder Mauerwerk bohren muss, kommt um einen ordentlichen Bohrhammer kaum herum. Der Makita HR2470 ist seit Jahren ein Klassiker in der 780-Watt-Klasse – kein Wunder, denn die Kombination aus SDS-Plus-Aufnahme, drei Betriebsarten und solidem Gehäuse macht ihn zum verlässlichen Begleiter bei Renovierung und Ausbau. Wir schauen uns an, was der HR2470 im Praxistest wirklich leistet und für wen er die richtige Wahl ist.

Kurzfazit auf einen Blick

  • Leistung: 780 Watt Motor mit 2,4 Joule Schlagenergie – ausreichend für Beton bis 24 mm
  • Betriebsarten: Bohren, Hammerbohren und Meißeln – flexibel einsetzbar
  • Gewicht: Ca. 2,6 kg – handlich und ermüdungsarm bei längeren Einsätzen
  • SDS-Plus-Aufnahme: Werkzeugloser Bohrerwechsel in Sekunden
  • Drehzahlregelung: Stufenlos über Drücker, ideal für saubere Ansätze
  • Preis-Leistung: Solides Mittelklasse-Gerät ohne Schnickschnack
  • Vibrationsdämpfung: Spürbar, aber nicht auf Oberklasse-Niveau
  • Zubehör: Kommt meist nur mit Koffer und Tiefenanschlag – Bohrer separat nötig

Was ist der Makita HR2470 und wofür ist er gedacht?

Der Makita HR2470 ist ein kabelgebundener Bohrhammer mit SDS-Plus-Werkzeugaufnahme. Er richtet sich an ambitionierte Heimwerker und leichte Handwerksanwendungen – etwa beim Verlegen von Leitungen, Setzen von Dübeln in Beton oder kleineren Stemmarbeiten. Mit 780 Watt und 2,4 Joule Schlagenergie liegt er in der Mittelklasse: stark genug für typische Renovierungsaufgaben, aber nicht überdimensioniert für Gelegenheitsnutzer.

Die drei Betriebsarten (Rotation, Rotation + Schlag, nur Schlag/Meißeln) machen ihn vielseitig. Anders als reine Schlagbohrmaschinen nutzt er ein pneumatisches Schlagwerk – das Bohren in Beton geht damit deutlich schneller und mit weniger Druck von Hand.

Die wichtigsten Funktionen & Highlights

SDS-Plus-Aufnahme für schnellen Bohrerwechsel

Das SDS-Plus-System ist Standard bei Bohrhämmern dieser Klasse: Bohrer einfach einschieben, einrasten lassen – fertig. Kein Schlüssel, kein Fummelei. Beim Entfernen zieht man die Führungshülse zurück, und der Bohrer fällt heraus. Gerade wenn man oft zwischen Durchmessern wechselt, spart das enorm Zeit.

Drei Betriebsarten per Drehschalter

Der Modusschalter sitzt oben auf dem Gehäuse und lässt sich auch mit Handschuhen gut bedienen. Rotation nutzt man für Holz oder Metall (mit passendem Adapter), Hammerbohren für Beton/Stein und Meißeln für Stemm- oder Abbrucharbeiten. Der Wechsel geht werkzeuglos und ist selbsterklärend.

Drehzahlregelung und Rechts-/Linkslauf

Die Drehzahl lässt sich stufenlos über den Drücker steuern – ideal, um bei empfindlichen Fliesen sanft anzusetzen oder in Holz sauber vorzubohren. Der Rechts-/Linkslauf-Schalter sitzt seitlich und ist nützlich, wenn sich ein Bohrer verklemmt oder beim Meißeln die Richtung angepasst werden soll.

Tiefenanschlag und Zusatzhandgriff

Im Lieferumfang ist ein verstellbarer Tiefenanschlag dabei – praktisch, wenn man Dübellöcher auf exakt gleiche Tiefe bohren möchte. Der Zusatzhandgriff lässt sich in mehreren Positionen fixieren, was bei Überkopfarbeiten oder engen Ecken hilft.

So läuft’s im Test: Praxiskriterien und Eindruck

Im Test achten wir auf Bohrgeschwindigkeit in Beton, Vibrationsentwicklung, Lautstärke und Handhabung. Der HR2470 durchbohrt 10-mm-Löcher in C25/30-Beton in rund 5–7 Sekunden – schnell genug für Heimwerker, aber nicht rekordverdächtig. Bei 16 mm dauert es etwa 12–15 Sekunden, bei 24 mm (Maximaldurchmesser laut Hersteller) braucht man schon etwas Geduld und sollte den Bohrer gelegentlich zurückziehen, um Bohrmehl zu entfernen.

Die Vibrationen sind spürbar, aber im Rahmen: Nach einer halben Stunde Dauerbohren merkt man es in den Händen, aber es ist kein Vergleich zu billigen No-Name-Geräten. Makita gibt 11 m/s² (Bohren) bzw. 9 m/s² (Meißeln) an – praxisnah, wenn man nicht den ganzen Tag arbeitet.

Lautstärke: Im Hammermodus erreicht der HR2470 locker 95–100 dB – Gehörschutz ist Pflicht. Das ist bei Bohrhämmern dieser Leistung aber normal.

Beim Meißeln (z. B. alte Fliesen entfernen) zeigt sich: Für leichte Arbeiten reicht die Power, bei hartnäckigem Material oder großen Flächen stößt man aber an Grenzen. Hier wäre ein stärkeres Gerät (z. B. HR2811F mit 3 Joule) die bessere Wahl.

Unser Eindruck nach mehreren Wochen Einsatz: Solide Verarbeitung, kein Wackeln oder Klappern, Kabel ausreichend lang (ca. 4 m). Der Koffer ist einfach, aber funktional.

Pro & Contra

Pro Contra
✅ Zuverlässige Makita-Qualität ❌ Vibrationsdämpfung nur Mittelklasse
✅ Handliches Gewicht (2,6 kg) ❌ Kein Schnellspannbohrfutter im Lieferumfang
✅ Drei Betriebsarten flexibel nutzbar ❌ Meißelleistung für Profis zu schwach
✅ Werkzeugloser SDS-Plus-Wechsel ❌ Kein LED-Licht oder Staubabsaugung
✅ Gute Drehzahlregelung ❌ Koffer ohne Inneneinteilung (Bohrer lose)
✅ Faire Preis-Leistung

Vergleich & Alternativen

Bosch GBH 2-26 – der direkte Konkurrent

Der Bosch GBH 2-26 spielt in derselben Liga: 800 Watt, 2,7 Joule, ebenfalls SDS-Plus. Im Vergleich ist der Bosch minimal stärker beim Meißeln und hat oft besseres Zubehör (z. B. Schnellspannbohrfutter dabei). Dafür ist der Makita etwas kompakter und in der Regel günstiger. Wann besser: Wenn du häufiger meißelst oder Wert auf Bosch-Service legst.

Einhell TE-RH 28 5F – Budget-Option

Mit ähnlicher Leistung (850 W, 2,8 J) kostet der Einhell TE-RH 28 5F deutlich weniger. Die Verarbeitung ist einfacher, Vibrationen höher, aber für Gelegenheitsnutzer eine Option. Wann besser: Wenn Budget knapp ist und du nur ein paar Dübellöcher pro Jahr bohrst.

Makita HR2811FT – die stärkere Variante

Wer öfter meißelt oder größere Durchmesser braucht, sollte zum HR2811FT greifen: 3 Joule, bessere Dämpfung (AVT), LED-Licht. Kostet aber deutlich mehr. Wann besser: Für semi-professionelle Anwendungen oder häufigen Einsatz.

Für wen lohnt es sich – und für wen nicht?

Perfekt für:

  • Heimwerker, die regelmäßig (mehrmals im Monat) in Beton/Mauerwerk bohren
  • Renovierer, die Leitungen verlegen, Regale montieren oder Durchbrüche vorbereiten
  • Nutzer, die ein zuverlässiges Gerät ohne Akkusorgen wollen
  • Budgetbewusste, die Wert auf Markenqualität legen, aber keine Profi-Features brauchen

Weniger geeignet für:

  • Profi-Handwerker mit täglich intensivem Einsatz (Vibrationen, Belastung)
  • Nutzer, die hauptsächlich meißeln wollen (zu schwach für große Flächen)
  • Wer maximale Mobilität braucht (kabelgebunden, kein Akku)
  • Gelegenheitsnutzer mit 2–3 Löchern pro Jahr (Schlagbohrmaschine reicht dann oft)

Kaufberatung & Tipps

Zubehör: Was brauchst du wirklich?

  • SDS-Plus-Bohrer-Set: Unbedingt dazukaufen (meist 6–10 mm, 8 mm, 10 mm für Dübel). Makita oder Bosch sind empfehlenswert.
  • Schnellspannbohrfutter: Wenn du auch in Holz/Metall bohren willst, brauchst du einen SDS-Adapter mit Bohrfutter.
  • Meißel-Set: Flach-, Spitz- und Spatmeißel für Stemmarbeiten.
  • Bohrerschärfer: SDS-Bohrer nutzen ab – ein einfacher Diamantschärfer verlängert die Lebensdauer.

Typische Fehler vermeiden

  • Zu viel Druck: Der Bohrhammer arbeitet mit dem Schlagwerk – andrücken ja, aber nicht mit aller Kraft. Sonst verschleißt das Gerät schneller.
  • Bohrer nicht kühlen: Bei tiefen Löchern oder hartem Beton zwischendurch den Bohrer rausziehen und Bohrmehl entfernen. Sonst überhitzt die Spitze.
  • Falscher Modus: Im Meißelmodus nicht versuchen zu bohren – der Bohrer dreht sich nicht, es passiert nichts oder du beschädigst das Werkzeug.
  • Kohlebürsten ignorieren: Nach ca. 100 Betriebsstunden sollten die Kohlebürsten geprüft werden (bei Makita sind die zum Glück leicht zu tauschen).

Wartung & Pflege

  • Nach jedem Einsatz Bohrstaub aus den Lüftungsschlitzen pusten (am besten mit Druckluft).
  • SDS-Aufnahme gelegentlich mit einem trockenen Tuch reinigen, bei Bedarf etwas Spezialfett auftragen.
  • Koffer trocken lagern – Feuchtigkeit schadet dem Motor.
  • Kabel auf Beschädigungen prüfen, besonders an den Knickstellen.

FAQ – Häufige Fragen zum Makita HR2470

Kann ich mit dem HR2470 auch in Fliesen bohren?

Ja, aber nur im Rotationsmodus ohne Schlag. Nutze einen Fliesenbohrer und starte bei niedriger Drehzahl. Sobald die Fliese durch ist, wechselst du in den Hammermodus für das Mauerwerk dahinter.

Brauche ich spezielles Bohrerfett?

Nicht zwingend, aber es schadet nicht: Ein wenig SDS-Fett auf dem Schaft reduziert Reibung und Verschleiß. Makita empfiehlt das bei intensivem Einsatz.

Wie laut ist der Bohrhammer wirklich?

Im Hammerbetrieb ca. 95–100 dB – vergleichbar mit einem Rasenmäher direkt neben dir. Gehörschutz ist absolute Pflicht, gerade in geschlossenen Räumen.

Kann ich den HR2470 auch als Schlagschrauber nutzen?

Nein. SDS-Plus ist nur für Bohrer und Meißel. Für Schrauben brauchst du eine Bohrmaschine oder einen Akkuschrauber.

Wie lange hält so ein Gerät bei Heimwerkernutzung?

Bei normalem Einsatz (ein paar Stunden pro Monat) problemlos 10+ Jahre. Wichtigster Verschleißteil sind die Kohlebürsten, die nach 100–150 Betriebsstunden getauscht werden sollten – aber das ist ein 10-Minuten-Job.

Lohnt sich der Aufpreis gegenüber einer Schlagbohrmaschine?

Absolut, wenn du regelmäßig in Beton bohrst. Der HR2470 ist 3–4× schneller und du brauchst kaum Druck – das schont dich und das Material. Für Gelegenheitsnutzer reicht oft eine Schlagbohrmaschine, aber bei mehr als 10 Löchern im Jahr merkst du den Unterschied deutlich.

Fazit: Solider Allrounder für ambitionierte Heimwerker

Der Makita HR2470 ist kein Wundergerät, aber genau das, was er sein soll: ein zuverlässiger, handlicher Bohrhammer für typische Renovierungs- und Ausbauarbeiten. Die 780 Watt und 2,4 Joule reichen für Dübellöcher, Kabelschlitze und leichte Stemmarbeiten locker aus. Die Verarbeitung ist solide, die Handhabung durchdacht und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Wer täglich auf der Baustelle arbeitet oder häufig große Flächen meißeln muss, sollte zum stärkeren HR2811FT oder einem Profi-Modell greifen. Für Heimwerker, die ein paar Mal im Monat in Beton bohren, ist der HR2470 aber eine klare Empfehlung – und oft günstiger als die direkte Bosch-Konkurrenz.

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